Warum wird die Kathedrale von Málaga „La Manquita“ genannt?

Die Kathedrale von Málaga hat nur einen Turm. Die Einheimischen nennen sie liebevoll „La Manquita“. Hier ist der Grund.

Aktualisiert am 24. Juli 2026

Eine Kathedrale mit nur einem Turm

Die Kathedrale der Menschwerdung wurde im 16. Jahrhundert begonnen und befand sich mehr als 250 Jahre lang im Bau. Als die Arbeiten schließlich 1782 endgültig eingestellt wurden, war der Südturm nie fertiggestellt worden. Auf Spanisch nennt man eine Person, der ein Arm fehlt, manca — deshalb begannen die Menschen, sie liebevoll La Manquita zu nennen: „die kleine Einarmige“.

Man sieht es auf den ersten Blick: Der Nordturm ragt vollständig und elegant empor, während der südliche halb fertig stehen bleibt. Genau dieses Ungleichgewicht verleiht der Kathedrale ihren Charakter — und machte sie zum Wahrzeichen der Stadt.

Die Legende: Das Geld floss in die amerikanische Unabhängigkeit

Die beliebteste Geschichte darüber, warum der Turm nie fertiggestellt wurde, verbindet ihn mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Während der Regierungszeit von Carlos III. soll ein Teil der für die Vollendung der Kathedrale bestimmten Gelder stattdessen dazu verwendet worden sein, den dreizehn Kolonien zu helfen, die Engländer auf der anderen Seite des Atlantiks zu besiegen.

Die Erzählung stützt sich auf einen berühmten Sohn Málagas, Bernardo de Gálvez, einen Soldaten, der in jenem Krieg eine Schlüsselrolle spielte. Die Amerikaner dankten ihm, indem sie eine Stadt in Texas nach ihm benannten — Galveston — und Málaga eine Gedenktafel schickten, die „die wirtschaftliche Hilfe von Gálvez im Unabhängigkeitskrieg der USA“ anerkannte.

Es ist die romantische Version, die die Einheimischen am liebsten erzählen — aber nehmen Sie sie als das, was sie ist: eine schöne Legende, keine gesicherte Tatsache.

Die besser belegte Version: eine Straße

Historiker, die an der amerikanischen Geschichte zweifeln, verweisen auf etwas weit Bodenständigeres: Das Geld floss wahrscheinlich in den Bau der Straße, die Málaga mit Vélez-Málaga verbindet, ein Projekt, das damals dringender war als die Krönung eines Turms. Weniger episch — wahrscheinlich wahrer.

Ein Turm, der nie fertig wurde — und das ist auch gut so

Mit der Zeit hörte der fehlende Turm auf, ein Makel zu sein. La Manquita ist von der halben Stadt aus sichtbar, es ist die Silhouette, die man bei der Ankunft erkennt, und es ist der Name, den die Einheimischen verwenden. Für viele würde es sie verderben, den Turm heute noch fertigzustellen.

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