Wann kann man in der Meerenge Orcas sehen?
Im Juli und August, und der Grund ist der Rote Thun. Die Orcas der Meerenge folgen den Thunfischen ins Mittelmeer und wieder hinaus, und sie haben gelernt, den Fischern den Fang genau in dem Moment abzunehmen, in dem er eingeholt wird. Außerhalb dieser beiden Monate sinken die Chancen deutlich.
Den Rest des Jahres hat die Meerenge trotzdem viel zu bieten: Grindwale fast ganzjährig, Streifen- und Große Tümmler, und im Frühjahr und Sommer durchziehende Finnwale. Es ist eine andere Tour, aber kein Trostpreis.
Welche Tiere sieht man, und wann?
- Orcas: Juli und August, dem Roten Thun folgend
- Grindwale: standorttreu, fast das ganze Jahr zu sehen
- Große Tümmler, Streifen- und Gemeine Delfine: ganzjährig
- Finnwal, das zweitgrößte Tier der Erde: Frühjahr und Sommer, auf der Durchreise
- Pottwale: seltener, vor allem im Frühjahr
Sieht man sie garantiert?
Nein. Das sind wilde Tiere auf offener See, und niemand kann eine Sichtung versprechen. Richtig ist: die Meerenge ist ein Trichter. Alles, was ins Mittelmeer hinein- oder hinausschwimmt, muss durch vierzehn Kilometer Wasser. Die Chancen sind damit weit besser als fast überall sonst. Wer Ihnen Orcas garantiert, verkauft Ihnen etwas.
Welche der beiden Touren soll man nehmen?
Es gibt zwei, und der Unterschied ist nicht das Boot. Es sind die Jahreszeit und das, was man sehen möchte.
Avistamiento von Orcas, Walen und Delfinen in der Straße von GibraltarVerfügbarkeit prüfen →Die reine Orca-Tour lohnt sich im Juli und August, wenn die Tiere tatsächlich da sind. Sie fährt weiter hinaus, Richtung der Zone, in der die Thunfischboote arbeiten, und gibt die Chance auf genau die Szene, wegen der die Leute kommen.
Avistamiento de ballenas y delfines en el Estrecho de Gibraltar (salidas desde el Puerto de Tarifa)Verfügbarkeit prüfen →Die allgemeine Wal- und Delfintour läuft den Rest des Jahres und ist die vernünftige Wahl außerhalb des Hochsommers: Grindwale, Delfine und mit Glück ein Finnwal. Sie kostet weniger und fährt häufiger.
Wie weit ist es von Málaga?
Rund 150 Kilometer über die AP-7, etwa zwei Stunden mit dem Auto. Und hier muss man ehrlich sein: die Boote legen im Hafen von Tarifa ab, nicht in Málaga, und die Anfahrt organisiert man selbst. Das ist ein ganzer Tag, kein Vormittag. Wer an der westlichen Costa del Sol wohnt — Marbella, Estepona — hat es deutlich näher.
Es lohnt sich, das als Tag in Tarifa zu planen: der Ort hat eine ummauerte Altstadt, die man in einer Stunde durchläuft, und direkt daneben einige der besten Strände Andalusiens.
Was passiert bei Wind?
Dann fährt womöglich niemand raus, und das ist eine gute Nachricht. Tarifa ist der windigste Ort des spanischen Festlands — deshalb ist er voller Kitesurfer — und der Levante baut in wenigen Stunden schwere See auf. Wenn eine Tour wegen Wind abgesagt wird, seien Sie dankbar: bei diesem Seegang sieht man nichts und fühlt sich elend. Legen Sie die Tour nicht auf den letzten Urlaubstag, falls der Termin verschoben werden muss.
Ist das etwas für Kinder?
Ja, und meistens sind sie begeistert — aber es sind zwei bis drei Stunden auf offener See. Wer in der Familie schnell seekrank wird, nimmt die Tablette vor dem Einsteigen, nicht wenn die Übelkeit schon da ist. Und auch im August eine Jacke mitnehmen: draußen in der Meerenge, mit Fahrtwind, wird es kühl.
